Bedeutung der Retentionsphase

Notwendigkeit der Retentionsphase und die Möglichkeiten der Durchführung

Bei einer kieferorthopädischen Behandlung wird nicht nur Einfluss auf die Zahnstellung, sondern auch ganzheitlich auf die Muskulatur und auf das Kiefergelenk genommen.


Damit verändert sich das ganze Zusammenspiel der Strukturen in der Funktion und der Körper benötigt ausreichend Zeit um die neue Balance und das harmonische Zusammenspiel stabilisieren zu können.


Diese Zeit wird als Retentionszeit bezeichnet, die sich nach jeder kieferorthopädischen Therapie folgend angliedert.


Gesetzlich festgelegt und vorgegeben ist die Einhaltung eine Retention von einer Dauer von zwei Jahren, in der das Retentionsgerät (herausnehmbare Zahnspange) 24 Stunden getragen werden soll. Wird diese nicht eingehalten, so kann es wieder zu Zahnverschiebungen u.a. kommen, was bei gesetzlich Versicherten zu Folge haben kann, dass die Krankenkasse wegen mangelnder Mitarbeit den gezahlten Eigenanteil nicht zurückerstattet.


Bei umfangreich stattgefundenen Korrekturen, sowie noch nicht abgeschlossenem Wachstum bei Kindern, oder vorherig bestandener Problematik mit dem Kiefergelenk, kann es sinnvoll sein das Behandlungsergebnis zusätzlich mit einem sogenannten Retainer zu sichern, das Kiefergelenk weiterhin zu stabilisieren mit muskeltrainierenden Retentionsgeräten u.a. 

Retainer

Bei einem Retainer wird die „instabilste“ Region im Zahnbogen, also die Front der Zähne von Eckzahn zu Eckzahn im Ober- und Unterkiefer von der Zungenseite her mit einem Drähtchen versehen. Wir empfehlen die Verwendung eines getwisteten Drahtes, da dieser die gute Reinigung der Zähne auch der Zahnzwischenräume ermöglicht, und ebenfalls die Eigenbeweglichkeit der Zähne nicht eingeschränkt, und damit keine parodontalen Schäden zu erwarten sind. 

Retainer für Kinder und Jugendliche


Obwohl der Retainer keine Mußleistung der gesetztlichen Krankenkasse ist, zahlen immer mehr Kostenträger dennoch die Eingliederung des Retainers für Ihre Versicherten sinnvoller Weise freiwillig, denn bei Beendigung einer kieferorhtopädischen Therapie ist die Entwicklung des Kindes noch nicht abgeschlossen, und es finden weiterhin bis zum Erwachsenenalter stets Umbauprozesse, teilweise bis zum 21. Lebensjahr statt.


Zudem entwickeln sich die Weisheitszähne und schieben die Seitenzähne nach vorne, da sie in der Regel bei Ende der Therapie noch nicht so weit ausgebildet sind, um entfernt werden zu können. Bei Entwicklung und Durchbruch dieser Zähne kann es dann bei den schwächsten Stellen, also in der Kieferfront durch Druck der Zähne auf die Zahnreihe nach vorne wieder zu Engständen und Fehlstellungen, dem sogenannten Sekundären Engstand kommen.


Retainer für Erwachsene


Die Retentionszeit für Erwachsene gilt im Prinzip ein Leben lang, da hier oftmals eine kompensatorische Therapie stattfindet, und keine ursächliche Fehlerbeseitigung des Fehlstandes der Zähne möglich ist. Dementsprechend spricht man von Langzeitretention. Diese kann ebenfalls mit der Zuhilfenahme eines Retainers erfolgen.

Bei notwendiger Stabilisierung und der Herstellung der Muskelbalance, so z.B. bei bestandener CMD Problematik der Kiefergelenke o.a. empfehlen wir hinzukommend die Stabilisierung mit Positioner.


Welche Art der Retention stattfinden muss nach abgeschlossener Therapie ist individuell sehr unterschiedlich. Selbstverständlich beraten wir Sie dahingehend umfänglich vor dem Start dieser Phase. 

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